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Funktioniert die Generationensolidarität?

Mercredi, 19.12.2018

 

Was verstehen Sie unter dem Begriff der Generationen-Solidarität? Hätten Sie gedacht, dass 40% der Befragten einer schweizweit durchgeführten Studie von SwissLife der Meinung sind, dass der Austausch und die Solidarität zwischen den Generationen nicht zufriedenstellend funktioniert? 63% der Befragten vermissen dabei insbesondere die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber älteren Menschen. Ein verstärkter Austausch zwischen den Generationen scheint uns damit umso entscheidender.

 

«Miteinander statt nebeneinander» - mit diesem Motto verfolgt Chnöpfli sucht Grosi seit bald einem Jahr das Ziel, dem Generationenkonflikt entgegen zu wirken und durch das Zusammenbringen von Familien und dem für sie passenden Grosi bzw. Grospi den Generationsaustausch zu fördern. Denn dadurch kann eine langfristige Beziehung zwischen allen Beteiligten entstehen und der Einsamkeit im Alter entgegengewirkt werden.

 

Früher war alles besser, denkt sich die ältere Frau im Zug und blickt etwas irritiert zu der Gruppe Jugendlicher hinüber, welche gleichzeitig laute Musik hört, und Geschichten sowie Schminktipps austauscht. Während die meisten Passagiere beschäftigt an ihren mobilen Geräten herumdrücken, scheint die Seniorin etwas verloren und die Welt um sie herum nicht mehr ganz zu verstehen. Unsere heutige Gesellschaft im Konflikt der Generationen?

 

Wie die eingangs genannte Studie zeigt, fehlt in der Schweiz insbesondere die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber älteren Personen. Woran liegt das und wie könne dem entgegengewirkt werden? Hier möchten wir Euch mithilfe einer kleinen Anekdote aufzeigen, weshalb der Austausch zwischen den Generationen so wertvoll ist, um die gegenseitige Akzeptanz zu steigern: Meine langjährige Nachbarin wusste mehr über die Geschichte und Geographie der Schweiz, als ich wohl je in der Schule gelernt habe. Ihre Geschichten habe ich dabei immer bewundert und gleichzeitig nie wirklich verstanden, warum Sie so selten ins Ausland reisen wollte. Für Sie war bzw. ist die Schweiz jedoch das schönste Reiseland und Sie konnte im Gegenzug nie wirklich verstehen, weshalb ich nach Neuseeland oder Bali gehen wollte, wenn doch der Flug so lange und die Reise anstrengend sei. Meine Nachbarin hatte im meinem Alter jedoch auch nie die Möglichkeit so grosse Reisen zu unternehmen, und obwohl bei ihr immer wieder ein gewisses Unverständnis über meine weiten Reisen aufkam, bin ich mir sicher, dass Sie meine Erzählungen ebenso gerne hörte, wie ich die Ihren. Durch den Austausch unserer Erfahrungen konnten wir beide profitieren und ich habe diese Gespräche sehr geschätzt, weil es mir geholfen hat, ihre Sichtweise auf die Welt etwas besser zu verstehen. Altersgruppen in unterschiedlichen Generationen verstehen sich teilweise jedoch nicht, weil die Lebensumstände und Gewohnheiten unterschiedlicher nicht sein könnten. Dies kann zu Konflikten und Misstrauen zwischen den Generationen führen, weil die Welt, in die wir geboren wurden, sich z.B. von der 55+ doch in vielerlei Hinsicht unterscheidet.

 

Macht jedoch nicht gerade die Diversität zwischen den Menschen das Leben wertvoll, weil sie uns erlaubt, voneinander zu lernen? Lieber Leser, liebe Leserin, wenn Sie das nächste Mal im Zug sitzen und eine einsame ältere Person sehen, sprechen Sie sie doch an. Durch den gegenseitigen Austausch, unseren Mut offen aufeinander zuzugehen und durch die Wertschätzung der Andersartigkeit zwischen Jung und Alt, kann dem Generationenkonflikt gewiss ein Stück weit entgegengewirkt werden.

 

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