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Kindergarten und Altersheim: Alt und Jung gemeinsam

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Projekteigner
Kategorie: 
Alltagsaktivitäten, Betreuung, Soziale Teilhabe + bürgerschaftliches Engagement
Region: 
Bern + Mittelland

 

«Innovative und begeisterte Kindergartenlehrerin und Vorstandsmitglied des Altersheims, mit offener Schulleitung, trifft auf fortschrittliche Leitung und Aktivierungsfrauen des Altersheims Träffpunkt Ruttiger in Olten = Projekt Alt und Jung gemeinsam.»

 

So etwa begann vor 6 Jahren unser Projekt, welches für alle Beteiligten nicht mehr wegzudenken wäre und für alle eine tolle Win-Win-Situation ist! Die Kindergartenkinder besuchen jedes Jahr an drei Vormittagen das Altersheim. Die Ziele des Projekts sind die Sensibilisierung der Kinder gegenüber alten Menschen, Berührungsängste abbauen, einander helfen und zusammen Spass haben. 

 

Die Eltern der Kinder im 1. Kindergarten fragen schon nach, ob das Projekt auch im nächsten Jahr stattfindet, wenn ihre Kinder im 2. Kindergarten sind. Denn das Projekt findet nur mit den Kindern, welche das 2. Kindergartenjahr besuchen, statt. Dies sind jeweils 9 bis 12 Kinder im Alter von ca. 5.5 und 6 Jahren. Unsere Kindergartenklasse ist sehr heterogen – ca. 70% der Kinder sind nicht deutschsprechend.

 

Damit die drei Besuche im Träffpunkt Ruttiger gelingen, sind eine gute Planung mit den Aktivierungsfrauen sowie ritualisierte Abläufe wichtig. Zur Vorbereitungssitzung werden jeweils Fotos der Kinder auf Zeichnungen und einen Begleitbrief für die Senioren mitgebracht, damit sie sehen, wer im Mai auf Besuch kommen wird.

Vorbereitung im Kindergarten  

 

  • Bilderbuch „Opa Jan“ erzählen. 
  • Kinder von ihren Grosseltern erzählen lassen.
  • Unterschiede zwischen gebrechlichen und aktiven Senioren thematisieren. 
  • Fotos vom Träffpunkt Ruttiger zeigen.
  • Fotos von Rollstuhl, Hörgerät benennen und erklären.
  • Rollator und Stöcke sind den Kindern als „Spielgeräte“ bekannt.
  • Gehör, Augen, Bewegungen thematisieren (Brille mit eingeschränktem Gesichtsfeld). 
  • Schweizerlieder lernen, welche den Senioren auch bekannt sind: «Det äne am Bärgli» und «Vo Luzärn gäge Wäggis zue», «es Burebüebli», «i dr Schwyz»
  • Regeln/ Umgang mit Hund Katze und anderen Tieren im Träffpunkt Ruttiger thematisieren.
  • Wie bewege ich mich im Träffpunkt, damit ich niemanden gefährde.

 

Erstes Kennenlernen: Seniorinnen und Senioren im Kindergarten 

 

Bevor die Kinder zum ersten Mal das Altersheim besuchen, kommen die Seniorinnen und Senioren für einen kurzen Besuch in den Kindergarten. Das Ziel davon ist, dass die Kinder und die Seniorinnen und Senioren einander kennen lernen können mit Kreisspielen, Liedern und einer Geschichte. Es wird gemeinsam Znüni gegessen und zusammen im Garten verweilt oder gespielt.

 

Besuche der Kinder im Altersheim 

 

Wir werden mit dem Heimbus im Kindergarten abgeholt und wieder zurückgebracht. Die Eltern bekommen im Voraus einen Infobrief und müssen mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass sie mit dem Autotransport und dem geänderten Morgen einverstanden sind. Die Schulleitung wird ebenfalls informiert. Alle Teilnehmenden sind mit Namen angeschrieben. So kommt der Kontakt schneller zustande. Beim ersten Besuch im Alterszentrum wird zuerst ein Teil des Heims besichtigt und den Garten mit den Tieren angeschaut. Es gilt auch die Regeln in Erinnerung rufen: Rücksicht nehmen im Träffpunkt, Umgang mit Tieren, etc.. 

 

Die Senioren sitzen im grossen Kreis, die Kinder gehen bei allen vorbei und geben ihnen zur Begrüssung die Hand. Die Kinder setzen sich zwischen die Senioren auf einen Stuhl. Wir spielen verschiedene Kreisspiele, bei denen die Senioren zum Teil auch einbezogen werden. Die Volkslieder werden gesungen und dazu geschunkelt. Wir bereiten mit den Kindern die Tische für das Znüni vor. Die Kinder helfen verteilen, danach essen wir gemeinsam. Die Kinder helfen abzuräumen. Jetzt geht es ans gemeinsame Werken oder Konstruieren. Z.B. sind schon Blumenwiesen und ein Meer mit Fischen entstanden. Auch das Bauen mit Legos etc. bereitet allen Freude. 

 

Beim zweiten Besuch basteln wir meist ein Säcklein oder Körblein, um dann beim dritten Besuch etwas zu backen und danach das Gebackene im Säcklein heim zu nehmen. Nach dem dritten Besuch kennen die Kinder auch viele Räume des Heims: Die Küche, ein Zimmer, die Demenzabteilung, die Wäscherei… 

 

Dieses Jahr bemalen wir beim zweiten Besuch ein Tontöpflein, um es dann beim letzten Besuch zu bepflanzen. Anschliessend können sich die Kinder, bis wir uns um 11.30 Uhr von den Senioren mit einem Lied verabschieden, im grossen Garten mit Spielplatz und Tieren bewegen. Natürlich sind die Senioren, welche Lust haben, als Zuschauer mit dabei.

 

Initiantin: Corinne Gisi

 

Altersheim Ruttiger: www.ruttigen.ch

Schule Trimbach: www.schuletrimbach.ch

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