Nach dem Ende die Weiterführung! Impressionen des Abschlusssymposiums Begegnungen

Freitag, 11.07.2014

In diesem Blog wurde bereits zweimal über das intergenerative Modellprojekt «Begegnungen» der Evangelischen Hochschule Freiburg (D) berichtet: Komm wir malen eine Sonne und Ich vermisse schon die alten Leute, weil ich geh' ja bald in die Schule. Am 23. Mai 2014 wurden in der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg die Forschungsergebnisse des ersten wissenschaftlich begleiteten Generationenprojekts präsentiert. Debora Wick, Projektleiterin von „Begegnung durch Bewegung“  war an dieser Tagung dabei.

 

Wissenschaft mit Herzblut

Die Projektverantwortlichen Prof. Maike Rönnau-Böse und Norman Pankratz präsentierten zu Beginn des Abschlusssymposiums den Teilnehmern mit Rück- und Einblicken eine emotionale Einstimmung. Die Bilder und Filmausschnitte der stattgefundenen Begegnungen sprachen für sich. Das Publikum war sichtlich gerührt, viele konnten sich ein Lachen oder Schmunzeln nicht verkneifen. Die Bilderpräsentation wurde mit Erfahrungsberichten und Kurzinterviews von Senioren ergänzt, die als ehemalige Projektteilnehmende das Symposium besuchten. Es wurde festgehalten, dass die Begegnungen schlichtweg alle Beteiligen und insbesondere auch die Wissenschaftler emotional berührt haben. Alle blickten auf eine lange und intensive, aber auch schöne und bereichernde Zeit zurück. In den Worten eines Teilnehmers: «Ich kann mich nicht erinnern, dass ich auf einer Fortbildung so anhaltend berührt war.»

Ablauf Begegnung Hochbetagte Kinder Tagung Freiburg

Bild: Rituale sind eine wichtige Voraussetzung für Begegnungen zwischen Jung und Alt. Die abgebildete Uhr stellt den Ablauf einer Begegnung dar.

 

Ergebnisse aus der Forschung

Prof. Thomas Klie sagte einleitend, dass sich nach diesen Eindrücken und Erfahrungsberichten die wissenschaftlichen Ergebnisse eigentlich erübrigten, die positiven Effekte seien wohl unübersehbar. Da der Projekthintergrund jedoch wissenschaftlicher Natur sei, wurden die Begegnungen zwischen Jung und Alt mit unterschiedlichen Erhebungsmethoden analysiert. Inwiefern können nun aus wissenschaftlicher Perspektive Wirkungen nachgewiesen werden?

Folgende Zitate von Kindern, basierend auf dialoggestützten Interviews, vermitteln einen ersten Eindruck:

  • Die lachen - Weil wir die immer besuchen.»
  • «Da darf man nur nicht so richtig laut sein, weil sonst erschrecken sich die Leute und dann ist das nicht so gut. Das finden die alten Menschen nicht so schön, dann wird es ihnen zu laut.»
  • «Und sie haben vergessen, wie das Backen geht».

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Aus der Perspektive der Senioren konnten vor allem kurzfristige Effekte festgestellt werden: «Begegnungen im Hier und Jetzt wirken wie ein Türöffner». Die Forschungsergebnisse können in einer Zusammenfassung auf  der Website der Evangelischen Hochschule Freiburg (D) eingesehen werden. Die gesamten Ergebnisse werden im Sommer 2014 publiziert.

 

Fachvorträge und Workshops

Die beiden Projekte «Der Halbmond grüsst den Schmetterling - intergeneratives Yoga» und «Die Bewegungs- und Begegnungslandschaft als Treffpunkt für Jung und Alt» waren die Thema zweier spannender Fachvorträge. Sowohl die Impressionen aus den Yoga-Lektionen als auch die folgenden Zitate von Teilnehmenden der Bewegungs- und Begegnungslandschaften des Basler Generationenhauses Neubad  zeigen auf, wie bereichernd und wirkungsvoll intergenerative Begegnung sind.

  • «Heute mit 86 fühle ich mich fitter und besser als mit 50.»
  • «Ich möchte keine Stunde missen, die ich bisher mit den Kindern verbracht habe. Es sind „meine“ Enkel.»
  • «Ich habe wieder vermehrt soziale Kontakte.»

Im Anschluss an die Fachvorträge konnten unterschiedliche Workshops zu folgenden vier Themen besucht werden: Videoanalyse, Yoga, Forschungsdesign sowie Rahmenbedingungen für gelingende Begegnungen.

 

 

Fazit in Freiburg – Ausblick nach Basel

Die Tandems (Kooperation zwischen Kindertages- und Altenhilfeeinrichtungen), welche für das intergenerative Modellprojekt gebildet wurden, führen die Begegnungen nach Abschluss des Forschungsprojekts weiter. Somit geht der Erfolg des Projekts über die wissenschaftlichen Resultate hinaus und hinterlässt wertvolle Spuren in der Praxis. Diesen Eindruck verstärkte auch das abschliessende Podiumsgespräch, aus dem deutlich hervorging, dass mit dem Abschluss der wissenschaftlichen Begleitung das Thema «Begegnungen» längst nicht beendet ist. Vielmehr wurde dazu angeregt, auch auf politischer Ebene die nötigen Strukturen und Voraussetzungen zu schaffen.

Und was hat es nun mit dem Ausblick nach Basel auf sich?
Ich freue mich, Ihnen an dieser Stelle das Projekt «Begegnung durch Bewegung» kurz vorstellen zu können. Es handelt sich um ein intergeneratives Bewegungs- und Gesundheitsförderungsprojekt des Departements für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel sowie des Sportamtes Basel-Stadt, welches im neuen, generationenübergreifenden Spiel- und Bewegungspark in Basel umgesetzt und evaluiert wird.

 

Weiterführende Informationen finden Sie im Faltprospekt (als PDF) unten.  

In Freiburg ist das Forschungsprojekt abgeschlossen und in Basel entsteht ein neues, intergeneratives Modellprojekt im bewegungsorientierten Kontext. Wortwörtlich: «Nach dem Ende die Weiterführung». Ich freue mich darauf und werde weiter berichten. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Forschungsteam in Freiburg für die spannende Berichterstattung und das schön gestaltete Abschlusssymposium.

 

Ein Blogbeitrag von Debora Wick, Projektleiterin von „Begegnung durch Bewegung“

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Weitere InformationenSize
Faltprospekt Begegnung durch Bewegung_0.pdf448.15 KB
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