Kaffee trinken und dabei die Zukunft generationentauglich gestalten! Wie geht das?

Freitag, 19.09.2014

Die Türen des Gemeindesaales in Mörschwil SG waren an einem Samstagmorgen im April 2014 weit geöffnet, Menschen unterschiedlichen Alters strömten in den grossen Saal. Dasselbe geschah im Mai in der Stadt Gossau SG. An beiden Orten setzten sich Kinder, Erwachsene im besten Alter, Familien, junge Erwachsene, ältere und alte Menschen an Tische, die mit grossen Papieren, Schreibzeug und Getränken bestückt und mit Blumen dekoriert waren. Die Türen schlossen sich …

Nein, es waren keine Sekten, die hier ihre geheimen Zeremonien feierten.
Unter dem Motto «Zäme läbe – Miteinander der Generationen» begleiteten und unterstützten die Generationenakademie, das Migros-Kulturprozent Ostschweiz und der Förderverein Ostsinn gemeinsam die beiden Gemeinden, der Bevölkerung Raum für Begegnung von Alt und Jung zu bieten und am guten Zusammenleben der Generationen zu arbeiten.
In gemütlicher Kaffeehaus-Atmosphäre trafen sich in Mörschwil Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Gewerbe, Politik und Verwaltung sowie Interessierte und diskutierten wichtige Themen zum Zusammenleben der Generationen im Dorf und entwickelten gemeinsam Projektideen. Die rund 70 Menschen haben neun Projektideen skizziert. Eine Vertreterin der jüngeren Generation stellte sich zu Beginn die Fragen: «Was ist bereits 'ume' im Dorf? Was interessiert andere? Was können Junge zum Miteinander im Dorf beitragen?» Eine aktive Seniorin will sich engagieren und findet es sehr gut, dass der Gemeinderat als Initiant so offen ist für Neues!
Die im Zukunftskafi engagiert und kreativ erarbeiteten Ideen wurden konkretisiert und die Entscheide, welche Projekte umgesetzt werden sollen, wurden an einer Auswertungssitzung gefällt. Am 2. September 2014 präsentierten die Projektgruppen das Erarbeitete der Öffentlichkeit. Es soll in Mörschwil ein Begegnungsplatz für verschiedene Generationen geschaffen werden, eine Kultur der Wertschätzung der Freiwilligenarbeit soll in der Gemeinde etabliert werden, die Idee des Generationenzelts bringt mit Festivitäten Jung und Alt zusammen, das Restaurant im Dorfzentrum soll zur Begegnungsstätte für alle werden und die neue Stiftung „Generationenkreis“ wird in Zukunft generationenverbindende Aktivitäten im Dorf unterstützen. Diese fünf Projekte werden nun durch die engagierten Einwohnerinnen und Einwohner und mit Unterstützung der Gemeinde Schritt für Schritt umgesetzt.

In der Stadt Gossau SG trafen sich im Mai 2014 rund 65 Gossauerinnen und Gossauer aller Altersstufen, um gemeinsam am zukünftigen Zusammenleben zu arbeiten.
Zwei Vertreter der Jungen in Gossau stellten fest: «Generationen müssen sich mehr finden, aber auch die Bedürfnisse der Jungen sollen ernst genommen werden.» Ein Vertreter der «Generation, die schon viel erlebt hat», hielt fest, dass das Verständnis der Anliegen der Jungen gefördert werden muss und gleichzeitig die Älteren etwas anbieten können durch ihre Erfahrungen.
Auch im Zukunftskafi der Stadt Gossau wurden Sonnen- und Schattenseiten analysiert, Handlungsbedarf wurde festgehalten und erste Projektskizzen sind entstanden. Diese Skizzen wurden über den Sommer konkretisiert mit dem Ziel drei oder vier umsetzbare Projekte zu initiieren und umzusetzen. Die Ergebnisse der Projektgruppen werden am 25. September 2014 um 17.00 Uhr in Gossau in der Mensa des Gymnasiums Friedberg der Öffentlichkeit präsentiert und mit einem Apéro gefeiert. Alle sind nun gespannt, was die engagierten Gruppen erarbeitet haben und wie es bei den Gossauerinnen und Gossauern ankommt.

Es geht weiter in der Ostschweiz: Bereits bereiten sich Engagierte aus Rorschacherberg SG vor, um am Samstag, 29. November 2014 am Vormittag in der Aula der Oberstufe Steig „ihr“ Zukunftskafi durchzuführen.
Die Zukunftskafis der Generationenakademie, des Migros Kulturprozent Ostschweiz und dem Verein Ostsinn unterstützen Gemeinden, die sich mit dem Generationenthema auseinandersetzen und aktiv das gute Zusammenleben fördern wollen. So kommt noch mehr Schwung in die bereits „bewegten“ Gemeinden.

www.migros-kulturprozent.ch
www.generationenakademie.ch
www.ostsinn.ch

Ein Blogbeitrag von Gaby Hangartner, Generationenakademie

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