Generationensolidarität und Altersvorsorge 2020: Zwei Meinungen treffen aufeinander

Freitag, 08.09.2017
Pflege: Alte Dame und junge Frau

 

Luzian Franzini (21) und Regine Sauter (51) sagen, wie es und um die Generationensolidarität in der Schweiz steht und was sie von der Altersvorsorge 2020 halten, über die am 24. September 2017 abgestimmt wird.

 

Am 24. September 2017 ist es soweit und die Reform Altersvorsorge 2020 kommt vors Schweizer Volk. Schnell war im Abstimmungskampf die Rede von der bröckelnden Generationensolidarität, einer unfairen Lösung, die auf dem Rücken der Jungen ausgetragen werde. In der entsprechenden SRF Arena-Sendung traten wie im Titel gross angekündigt «Jung gegen Alt» an. Einige wie der St. Galler Regierungsrat Martin Klöti (FDP) fordern im Tages-Anzeiger «Die jüngere Generation muss jetzt halt ihren Beitrag leisten». Gleiche Partei, gegenteiliges Votum kommt vom Präsident der Jungfreisinnigen, der schreibt «Das Parlament hat für seine Generation die Rentenleistungen ausgebaut, und schickt die Rechnung ihren Kindern und Enkel zu.» und führt weiter aus «das sind keine guten Aussichten, vor allem nicht, wenn man so jung ist wie ich». Doch was ist wirklich dran? Stehen sich bei dieser Gesetzesvorlage die Generationen gegenüber? Spaltet die Reform die Generationen oder handelt es sich bei der Altersvorsorge 2020 um eine faire Reform, welche die Generationensolidarität stützt und den Generationenvertrag als soziales Umlageverfahren in der Altersvorsorge weiterführt? Wir wollen mehr zu den Überlegungen von Befürwortern und Gegnern zur Generationensolidarität hören und welchen Rolle ihr bei der Reform Altersvorsorge 2020 zukommt. Wir hoffen Ihnen damit einen anderen Blickwinkel auf die Vorlage zu bieten. 

 

Regine Sauter (51), Nationalrätin der FDP, sagt: «Das Paket Altersvorsorge 2020 strapaziert den Generationenvertrag auf unnötige Weise und verfehlt die zu Beginn definierten Ziele.» Lesen Sie ihren Gastbeitrag «Nein zum Projekt Altersvorsorge 2020, weil es den Generationenvertrag».

 

Luzian Franzini (21), Co-Präsident der Jungen Grünen, sagt: «Gerade meine Generation profitiert von einer starken AHV und vom Generationenvertrag. Diesen gilt es zu erhalten!» Lesen Sie seinen Gastbeitrag «Altersreform2020: Weshalb für meine Generation das «Stöckli» ein Fremdwort ist».

 

Die wichtigsten Änderungen durch die Reform Altersvorsorge 2020 sind die Senkung des Umwandlungssatzes in der beruflichen Vorsorge auf 6 Prozent, die Erhöhung der AHV-Renten für Neurentner um 70 Franken als Kompensation für die Senkung des Umwandlungssatzes und die Anhebung des Rentenalters bei Frauen von 64 auf 65 Jahre. Informationen rund um die Abstimmung finden Sie hier.

 

Intergeneration versteht sich als politisch neutral und bezieht deshalb keine Position zu tagespolitischen Diskussionen und Entscheidungen. 

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