Gelebte Nachbarschaft im Quartier

Dienstag, 21.06.2011

Medienmitteilung vom 10. Juni 2011, FHS St. Gallen

Die 5. Ostschweizer Generationentagung hat sich mit dem Lebensraum im Quartier und den unterschiedlichen Formen von Nachbarschaft beschäftigt. „Autonomes Wohnen in Gemeinschaft“ lautet ein Ansatz, der Zukunft haben könnte.

Die Generationentagung ist eine Veranstaltung der Kompetenzzentren Generationen und Soziale Räume der FHS St.Gallen. Sie richtet sich an Interessierte, die in unterschiedlichster Form an diesen Themen arbeiten. Die fünfte Auflage, die am 9. Juni in Weinfelden stattfand, widmete sich dem Thema „Heimat, Quartier, vier Wände – ein Leben lang?“. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten die interdisziplinäre Tagung. Sie erfuhren neuste Erkenntnisse aus der Forschung und brachten ihre eigenen Erfahrungen aus der Praxis ein.

Allein und doch gemeinsam

Unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Otto, Leiter des Kompetenzzentrums Generationen gingen die Tagungsteilnehmenden der Frage nach, welche Bedeutung gelebte Nachbarschaft in den Quartieren hat. In fünf verschiedenen Workshops wurde aufgezeigt, welche Möglichkeiten bestehen, wenn soziales Kapital und Nachbarschaft nicht von selbst wachsen. Es wurde diskutiert, wie gedeihliche Rahmenbedingungen aktiv gestaltet werden können und was der Beitrag von Sozialprofis, Technikfachleuten und Ökonominnen und Ökonomen sein kann.

Der eine Workshop widmete sich den Kindern im Quartier. Das Beispiel eines Pilotprojektes aus der Stadt St. Gallen machte deutlich, dass Freizeitangebote zur Förderung sozialer Verknüpfungen im Quartier einem Bedürfnis entsprechen. Sie sind den Kindern frei zugänglich und werden rege genutzt. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die offene Arbeit die Selbst- und Sozialkompetenzen unterstützt. Andererseits entstanden verschiedene neue Kooperationen im Quartier, aus denen neue Projekte hervorgingen.

Lebensraum für alte Menschen

Andere Workshops konzentrierten sich auf das Quartier als Lebensraum für alte Menschen. Um solange wie möglich in den eigenen vier Wände leben zu können, brauche es neue Wohnformen, wurde betont. Sei man im Alter nicht mehr so mobil, gewinne das Quartier an Bedeutung. Zuhause wohnen zu bleiben, hänge also auch davon ab, ob man in der Nähe einkaufen könne und ob man Leute um sich habe, die zu Besuch kämen und die man um kleine Gefallen bitten könne.

Den Schlussvortrag hielt Roderick Hönig, Redaktor für Architektur bei der Zeitschrift Hochparterre. Er stellte die These auf, dass generationenübergreifendes Wohnen eine Frage der Dichte sei. In der Schweiz habe der Bau von Einfamilienhäusern noch immer einen hohen Stellenwert. Die Zukunft des Wohnens aber liege im Verdichten. Der Referent zeigte mehrere Beispiele aus der Architekturgeschichte, bei denen generationenübergreifendes und gemeinschaftliches Wohnen erfolgreich umgesetzt wurde.

Inputs für die Praxis

Der Inhalt der Tagung stiess bei den Kursteilnehmenden auf grosses Interesse. Die zahlreichen Beispiele aus der Praxis habe sie besonders spannend gefunden. Sie nehme viele neue Inputs für ihre Arbeit mit nach Hause, formulierte es eine Teilnehmerin.

Text: Claudia Schmid, Journalistin BR
Absender: FHS St.Gallen, Kompetenzzentrum Generationen, Fachbereich Soziale Arbeit, Industriestrasse 35, 9401 Rorschach

Weitere Informationen:
FHS St.Gallen
Pascal Tschamper
Kommunikationsbeauftragter
Rosenbergstrasse 22
CH-9001 St.Gallen
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Fax +41 71 226 16 01
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