Generationenverbindende Kunstvermittlung des Aargauer Kunsthauses

Ein Heft, das Generationen verbindet

Donnerstag, 13.12.2012

 

Frau Pfisterer ist eine alte und noch sehr lebendige Dame, der das Laufen allerdings etwas schwer fällt, weshalb sie es nur noch sehr selten ins Museum schafft. Als ihr Sohn ihr vor nicht all zu langer Zeit das Heft "Anton und Lou im Museum" schenkte, wirkte die Lektüre als Anstoss, wieder mal mit der Familie ins Kunsthaus zu gehen, um dort vor den Originalen die Geschichte der kleinen Lou, die im Aargauer Kunsthaus auf Anton aus dem Bild "Am Sempachersee" trifft, nach zu erleben. Nach dem Rundgang durch die Sammlung und somit auch durch Lous und Antons Abenteuer war Frau Pfisterer ganz beglückt. "Ich bin ganz wach", sagte sie ihrem Sohn, als er ihr vorschlug, sich doch zu setzen. Und als die Geschichte zu Ende erzählt war, seufzte sie: „Nun lebe ich wieder“.

 

Frau Pfisterer ist, wie sich dann heraus stellte, in der Welt der Kunst und Künstler aufgewachsen, denn ihr Onkel war der bekannte, Schweizer Kunstsammler Oskar Reinhard. Und sie selbst war, wie ihre beiden Söhne bekräftigten, eine wunderbare Geschichtenerzählerin. Alle fünf Kinder seien vor dem Schlafen gehen, ins Bett der Eltern geschlüpft, um dort zu erfahren, wie die selbst erfundene Geschichte des Lisbethli weiter geht. Für Frau Pfisterer, ihre beiden Söhne und die Schwiegertochter und die Kunstvermittlung, die die Familie begleiten durften, war der Rundgang im Museum ein berührender Moment. Anton und Lou und die Sammlung des Aargauer Kunsthauses haben es geschafft, Alt und Jung im Kunsthaus zusammen zu bringen und sich dabei sowohl der Kunst als auch an frühere Geschichten und Erlebnisse mit der Kunst zu erinnern.

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